GESANGSKANARIEN-TIMBRADO-ESPANOL
HOLGER KOK LEER-OSTFRIESLAND

Der Timbrado

Der Timbrado- Espanol- Gesangskanarienvogel:

Geschichte:

  • Der Timbrado-Espanol war/ist in Spanien weit sehr verbreitet und allgemein als Landkanarienvogel bekannt.
  • Durch die Einfuhr von anderen Gesangskanarien Arten sowie Positur-und Farbkanarien geriet er etwas in Vergessenheit.
  • Etwa um 1945 besann sich ein Gruppe spanischer Züchter aus Madrid auf die Rehabilitierung.
  • Als Gesangskanarienvogel wurde der Timbrado-Espanol, erstmals 1950 in Madrid präsentiert.
  • International wurde der Timbrado-Espanol 1953 erstmals vorgestellt
  • Anerkennung durch die COM seit 1962
  • In Deutschland erhielt Klaus Speicher 1972 auf der Weltschau in München, den ersten Timbrado-Espanol, als Geschenk eines spanischen Preisrichters.
  • Dr. Karl Eibel, Kerpen, bekam 1993/94 die ersten Timbrado-Espanol von einem spanischen Freund. Weitere Timbrado-Espanol folgten.
  • Gründung der Interessengemeinschaft Timbrado-Espanol in Deutschland 1997
  • Erste offizielle Meisterschaft in Kerpen/Köln November 1997
  • Im Januar 2002 erste Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft
    des DKB Deutscher Kanarienzüchter Bundes
  • In den Niederlanden wurde man zum ersten mal, 1985 Weltschau COM in Zuthen, auf den Timbrado-Espanol aufmerksam.
  • Wenige, aber begeisterte, Züchter beschäftigen sich mit der Zucht des Timbrado-Espanol.
  • Ab 1990 finden regelmäßig Wettbewerbe statt.
  • Hauptverbreitungsgebiete des Timbrado-Espanol sind Spanien, Portugal und Venezuela. Wo bei uns ein-zweihunderttausend
  • Timbrado-Espanol zum Wettbewerb kommen, sind es in diesen Ländern mehrere tausend.
Spezialvereine Timbrado-Espanol:
Deutschland:
Niederlande:
  • Gründung: 2001 Utrecht
  • Wettbewerb: Einmal im Jahr in Utrecht
  • Homepage: www.timbrado.nl
Belgien:
  • Gründung:
  • Wettbewerb: Einmal in Jahr in Bocholt/Belgien.

Alljährlich findet ein Wettbewerb aus diesen Spezialvereinen statt.
Diese Veranstaltung nennt sich BeNeDu. Be für Belgien, Ne für Niederlande, Du für Deutschland. Abwechseln veranstaltet jeder Spezialclub diesen Wettbewerb. Spanische Preisrichter bewerten die Timbrados an zwei Tagen. Zwischen Weihnachten und Neujahr findet meistens diese Veranstaltung statt.

Weitere interesssante Homepage mit vielen Berichten:

Interessierte Deutsche Züchter können in den oben genannten Spezialclubs Mitglied werden, und so an den Wettbewerben teilnehmen.
Wettbewerbsvögel müssen natürlich mit geschlossenen amtlichen Ringen beringt sein.

Hier möchte ich Timbrado Züchter vorstellen die viel für die Verbreitung des Timbrado-Espanol getan haben und immer noch tun.

 
 

Foto:
Herr Theo Beerfänger aus Rotterdam.
Timbrado Preisrichter.
Mitbegründer des Spezialclubs Niederlande.
War langjähriger 1. Vorsitzender.
Stellte 2012 sein Buch über Timbrados vor.




Foto:
Herr Dr. Karl Heinz Eibel, Kerpen/Köln.
Timbrado Preisrichter
Mitbegründer Spezialclub Deutschland.
War langjähriger 1. Vorsitzender.

(Holger Kok 2013-Quelltext siehe obengenannte homepages vielen Dank)



Das Lied des 
Timbrado-Espanol:

Von: Marius Popiolek


 
  1. Der Aufbau, die Struktur und die Entwicklung unseres Bewertungssystem im Laufe der Zeit.
  2. Die Aufteilung des Liedes in einzelne Touren
  3. Einfluss von Entwertungspunkten und Randbemerkungen auf den Gesamteindruck                          
.Entwicklung:
  • In Spanien existieren viele Vogelzucht-Organisationen.
  • Die zwei ältesten Vereinigungen, die den Timbrado als Gesangsvogel zu Anerkennung brachten, sind die A.C.E und die F.O.E. Die ACE wurde offiziell 1951 durch Clemente Lillo gegründet.
  • Erst danach entwickelte A. Garrido das erste Bewertungssystem für den Timbrado.
  • Seine Premiere vor der COM und der Weltöffentlichkeit feierte unser Vogel 1953 bei der Weltschau in Brüssel.
  • Die offizielle Anerkennung durch die COM erfolgte jedoch erst 1962 auf Antrag der A.C.E und der F.O.E.
  • Das erste Bewertungsschema wurde dann im Laufe der Jahre nochmals angepasst und ist heute das aktuelle Schema der F.O.E.
  • Mit der Gründung der F.O.C.D.E (Federacion Ornitologica Cultural Deportiva Espanola), vergleichbar mit DKB/AZV, wurden viele spanische Organisationen unter einem Dach zusammengefasst, unter anderem auch die A.C.E.
  • Die F.O.E schloss sich dieser nicht an und blieb somit ebenfalls als Dachorganisation erhalten.
  • Durch die Zucht unterschiedlicher Timbrado-Varianten kam es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Wichtigkeit und Bewertung der einzelnen Typen.
  • So kam es vor kurzem zu einem größeren Umbruch in Spanien: Neue Dachorganisationen wurden gegründet und Züchter sowie Preisrichter folgten der jeweils von ihm bevorzugten Timbrado-Vereinigung.

Bewertungsschema der COM:
  • 1995 (lange vor der Spaltung) hat die F.O.C.D.E ein neues Bewertungsschema vorgestellt, welches von der COM anerkannt und als Standard deklariert wurde.
  • Dieses Schema ermöglicht alle Timbrado-Varianten zu bewerten, welche durch Selektion im Laufe der Zeit entstanden sind. Nach diesem Schema müssen alle COM-OMJ Preisrichter auf Weltschauen bewerten, auch wenn sie ansonsten nach dem Schema ihrer eigenen Organisationen bewerten.
  • Der Bewertungsbogen zeigt alle Touren, die maximal zu erreichende Punktzahl sowie Entwertungspunkte

Bewertungsbogen:
Beispiel/ in Deutschland


 Bewertungsbogen
Beispiel/Niederlande
 


Bewertungsbogen
Beispiel/Belgien
  
 
Von der Grundstruktur sind die Bewertungsbögen identisch. 
  • Der Timbrado kann theoretisch eine Gesamtpunktzahl von 192 Punkten erreichen, was in der Praxis jedoch nie der Fall sein wird, da er nicht gleichzeitig alle Typen darstellen kann.
  • Durch Selektion wurden bevorzugte Touren perfektioniert. Folgedessen verloren andere Liedteile an Qualität oder verschwanden ganz.
  • So kann der Vogel, unabhängig vom Typ, in der Praxis maximal 100 Punkte erreichen.
Wir teilen die verschiedenen Timbradovarianten in
3 Haupttypen ein:

Typ A: „Classico Metallico“:
  • Dieser Vogel trägt alle Touren vor. Der Gesang ist sehr hart und metallisch. Im Vergleich zu den anderen Typen ist dieser wohl der lauteste.
  • Da er sich durch seine Vielseitigkeit auszeichnet, wird er auch gern als „Punktedieb“ bezeichnet.
Typ B: „Classico Floreo“:
  • Ein sehr weicher, wässriger Vogel mit vielen Floreos/Floreos lentos; sehr melodisch.
  • Im Vergleich zum Typ A ist er wesentlich leiser.
  • Dieser Typ ist unter den Mitgliedern des Timbrado-Gesangskanarienvereins-Deutschland am meisten beliebt.
Typ C: „Discontinou-Floreo“:
  • Keine fortlaufenden Touren, jedoch mit sehr schön geschlagenen, nachtigallartigen Floreos, in denen alle anderen möglichen Touren enthalten sind.
  • Außerdem trägt er sehr viele schöne Doppelklänge vor.
  • Der Discontinou ist sehr schwer zu bewerten.
  • Dieser Typ ist noch nicht allzu lange in Deutschland anzufinden.
  • Die folgende Tabelle zeigt die Hauptvarianten sowie die maximale Punktevergabe für einzelne Touren.
  • Hier werden auch die Unterschiede zwischen den Typen sichtbar.
Hauptvarianten und die maximale Punktzahl
Touren A B C
Timbres ( 9 ) 5 3 -
Variaciones rodados ( 18 ) 9 4 -
Timbres de agua ( 9 ) 5 3 -
Cascabel ( 9 )  4 - -
Floreos ( 27 ) 16 20 23
Floreos lentos ( 27 ) 17 22 25
Campana ( 9 ) 3 - -
Clocueos ( 18 ) 12 14 15
Castanuelas ( 9 ) 4 - -
Variaciones conjuntas ( 27 ) 16 20 23
Aqua lenta ( 18 ) 3 7
Apua semiligada ( 9 ) 3 5 4
Impression ( 3 ) 3 3 3
Total 100 100 100
 


Die schwierige Aufgabe des Preisrichters besteht darin, den zu bewertenden Vogel richtig einzuordnen und ihn entsprechend zu belohnen.
Erschwert wird das ganze nochmal, wenn der Vogel nicht eindeutig einem Typen zugeordnet werden kann.
z.B: Man spricht von Timbrado-Intermedio, (überwiegend beim Typ B und auch Typ C) wenn dieser hin und wieder eine fortlaufende Tour vorträgt.
Die COM-Standardisierung gilt nicht nur für die Bewertungspunkte, auch die Entwertungsrichtlinien wurden hier festgelegt.
Zusätzlich zu den ersungenen Punkten für die einzelnen Touren wird der Gesamteindruck des Vogels beurteilt.

Dabei hat der Preisrichter folgende Vorgaben:
 
 
Impression / Gesamteindruck:
 
Bei 72 bis 80 Punkten/  plus 1 Punkt.  
Bei 81 bis 89 Punkten/  plus 2 Punkte.  
Bei 90 und mehr Punkten/plus 3 Punkte.
Die 3 Punkte werden jedoch nur vergeben, wenn keine Entwertungspunkte vorliegen, bzw. wird für jeden negativen Punkt zusätzlich ein positiver Punkt abgezogen.
Daraus ergeben sich:
 
 
Puntos positivos / Summe der positiven Punkte: insgesamt höchstens 3 Punkte
Entwertungspunkte können vergeben werden, wenn fehlerhafte Touren vorgetragen werden.
Fehlerhafte Touren sind: 
Rascada / Schnarrender Gesang:  Abzug bis 3 Punkte  
Estridencias / Scharfer, schriller Gesang:  Abzug bis 3 Punkte
Nasalidad / Nasaler Gesang:  Abzug bis 3 Punkte
Es dürfen jedoch nicht mehr als 3 Entwertungspunkte vergeben werden, ansonsten kann der Vogel nicht mehr als Timbrado bezeichnet werden und bleibt ohne Bewertung.
Notas negativos / Entwertungs – Touren: insgesamt höchstens 3 Punkte

Bemerkt der Preisrichter etwas besonderes/ungewöhnliches an einem Vogel, so hat er die Möglichkeit eine entsprechende Notiz auf dem Bewertungsbogen zu hinterlassen.
Sei es etwas positives, wie eine besonders gut vorgetragene Tour oder eine Verhaltensstörung wie z.B. das ständige spielen am Ring.
So hat der Züchter eine Möglichkeit etwas über seine Vögel zu erfahren, das ihm eventuell nicht bewusst war.
Diese Notizen/Randbemerkungen haben jedoch keinen Einfluss auf die Punktevergabe beim Gesamteindruck.
Ich denke, dass mit dem COM-Standard eine ideale Lösung für die Bewertung des Timbrado geschaffen wurde.
Jeder Züchter kann seinen „Favoriten“ erschaffen und sollte mit diesem Bewertungsschema gegenüber anderen Typen nicht benachteiligt werden.
Zu der Neutralität bei der Bewertung hat sich außer der F.O.C.D.E auch noch die neu entstandene F.E.C.C bekannt.

Die F.O.E hingegen akzeptiert nur Timbrados mit hohlem und trockenem Gesang ohne Wassertouren.
Da jedoch auch diese Preisrichter bei der Weltschau prämieren, wurde ein Übersetzungsprogramm erschaffen.
So soll gewährleistet werden, dass der COM-Standard eingehalten wird.
Die erst vor kurzem entstandene Organisation F.O.C.V.A. bevorzugt den Discontinou (auch acht-Touren-Vogel genannt).
Das hier verwendete Bewertungsschema hat nur acht Bewertungspositionen und sogar fünf Entwertungspositionen.
Die Bewertungen wurden früher immer durch zwei Preisrichter vorgenommen, so wie es bei den Harzer-Roller-Prämierungen heute noch bei der DKB-Meisterschaft praktiziert wird.
Die übrigen Bewertungen (Verein/LV) wurden auf einen Preisrichter reduziert um Kosten zu sparen.
Auch bei unseren Timbrados bewertet heute in der Regel nur ein Preisrichter, nur bei der Weltschau werden noch zwei Preisrichter eingesetzt.

Hausach, September 2009
 
 
 
 
 

(Holger Kok 2013 Quelltext Marius Popiolek)