GESANGSKANARIEN-TIMBRADO-ESPANOL
HOLGER KOK LEER-OSTFRIESLAND

Gesangstraining

Gesangstraining:

Holger Kok 2019

An dem Tag, bzw. in dem Moment, wo unserer Sänger dem Preisrichter vorgestellt wird, muss der Sänger singen. Er hat eine halbe Stunde Zeit, um die Touren in guter Harmonie und von guter Qualität zu singen.  Um dieses zu erreichen ist ein behutsames Training wesentlich. Basis hierfür ist, die Gewöhnung von Dämmerlicht, in Ruhe studieren, und Volllicht seinen Gesang präsentieren.
Zu diesem Thema gibt es verschiedene Meinungen und Systeme. Jede Züchterin oder Züchter wird mit der Zeit sein eigenes System entwickeln und perfektionieren. Ich verzichte bewusst auf Vorsänger, jeder Sänger soll sich individuell entwickeln können.  Das Training ist natürlich abhängig von den persönlichen Umständen des Züchters, wie  Zeit, Räumlichkeiten usw.
Mein System:
Zucht ist im Juni abgeschlossen. Sänger die an Gesangswettbewerben teilnehmen, sollten sechs Monate alt sein.
Sänger können sich in geräumigen Volieren, mit vielen Einzelsitzen, den Sommer über gut entwickeln. Reichhaltiges Futter, täglich sauberes Wasser sollen gesunde Sänger heran wachsen lassen. Mehrmals pro Woche Badewasser anbieten, nicht zu lange stehen lassen. Hobelspänne sorgen für einen trockenen Bodenbelag.
August/September nehmen wir die ersten jungen Sänger (erste Zucht) aus den Volieren. In  Flugkäfigen, 90 cm x 40 cm x 40 cm groß, werden die Sänger jetzt untergebracht. Außen an den Flugkäfigen hängen Gesangsbauer. In diesen Gesangsbauern werden Leckereien, wie Äpfel usw. gereicht.
Ein zweiter Ring farbig markiert den Sänger. In einer Liste wird vermerkt: Käfignummer, Ringnummer und farbiger Ring. Sobald ein junger Sänger singt, kann man es entsprechend vermerken. Pro Flugkäfig befinden sich verwandte Sänger, wie Brüder, Halbbrüder oder Familiengruppen. Der Raum mit den Flugkäfigen ist abgedunkelt, keine direkte Sonne. Zur Eingewöhnung gibt es für 8 Stunden Volllicht für die nächsten 14 Tage. In der dritten Woche reduzieren wir das Volllicht auf 6 Stunden. Dämmerlicht für 8 Stunden, brennt die ganze Zeit, Volllicht schaltet sich dazu. Definition Dämmerlicht: Als wäre es draußen ein trüber regnerischer Herbsttag. Unsere Sänger müssen das Futter und Wasser gut sehen und finden können. In der vierten Woche reduzieren des Volllichtes auf 5 Stunden.
Unsere Sänger müssen sich wohlfühlen, sollten sich gut entwickeln. Beobachten ist sehr wichtig, dieser werden schriftlich vermerkt. Auf Mauserverlauf und Gesundheit achten.
Vermeintlich kranke, Sänger mit negativen Gesang  und erkennbare Hennen kommen zurück in die entsprechenden Volieren.
Bilder Flugkäfige:


Das  Einbauern: ca. 8 Wochen vor dem ersten Wettbewerb.
Nun kommt die Zeit wo die jungen Sänger an die Gesangsbauer, behutsam gewöhnt werden. Es werden nur gesunde und durchgemauserte Sänger eingesetzt. Gesangsentwicklung ist kurz vor dem Abschluss. Gesangsbauer werden mit der Ringnummer des entsprechenden Sängers versehen.
Erste Woche: Gesangsbauer stehen nun im Gesangsschrank, nicht ganz hinein, so halb. Sänger können sich noch sehen. Mit dem Licht spielen. Licht ist abhängig von der Gesangsentwicklung.
Beispiel:
Morgens 7.00 Uhr bis 9.00 Uhr. Volllicht. In dieser Zeit wird gefüttert, Sänger beobachten.
9.00 Uhr bis 11.00 Uhr Dämmerlicht
11.00 Uhr 12.00 Uhr Volllicht
12.00 Uhr 14.00 Uhr Dämmerlicht
14.00 Uhr 15.00 Uhr Volllicht
15.00 Uhr 16.00 Uhr Dämmerlicht
16.00 Uhr 17.00 Uhr Volllicht
17.00 Uhr 19.00 Uhr Dämmerlicht
Abends zwischen 19.00 Uhr und 20.00 Uhr Volllicht. In dieser Zeit wird gefüttert, Sänger beobachten und kennenlernen.
Zweite und dritte Woche: Gesangsbauer kommen nun ganz in den Gesangsschrank. Sänger sehen sich nicht mehr. Zum Füttern aus dem Gesangsschrank nehmen. Auf eine gute Gewöhnung zum Züchter achten. Können für kurze Zeit schon in den Vorführkasten gestellt werden. Müssen noch nicht singen. Geduld. Licht wie in der ersten Woche, kann variieren.

Vierte Woche: Sänger werden nun zu verschiedenen Zeiten aus dem Gesangsschrank geholt. Für maximal 15 Minuten sollten sie im Vorführkasten singen. Gesangskäfige werden wie bei der Prämierung übereinander gestellt. Position immer verändern. Notieren ob gesungen oder nicht.
Licht:
Morgens 7.00 Uhr bis 9.00 Uhr. Volllicht. In dieser Zeit wird gefüttert, Sänger beobachten.
9.00 Uhr bis 12.00 Uhr Dämmerlicht
12.00 Uhr bis 13.00 Uhr Volllicht
13.00 Uhr bis 16.00 Uhr Dämmerlicht
15.00 Uhr bis 16.00 Uhr Volllicht
16.00 Uhr bis 19.00 Uhr Dämmerlicht
Abends zwischen 19.00 Uhr und 20.00 Uhr Volllicht. In dieser Zeit wird gefüttert, Sänger beobachten und kennenlernen.
Fünfte Woche: Nun müssen die Sänger zeigen was sie können. Sollten nach kurzer Zeit, mit dem Gesang im Vorführkasten beginnen. Je nach vorhandener Zeit nehmen wir die Sänger mit zu verschiedenen Orten, Gewöhnung Transportkasten, um sie abzuhören. Wir notieren das Verhalten der Sänger, ob gesungen, wann er mit dem Gesang beginnt usw.
Sechste Woche: Licht variiert in dieser Woche sehr stark. Je nach Gesang der Sänger. Ab dieser Woche werden die Klappen, des Gesangsschrankes für Stunden verschlossen. Werden in gewohnter Weise zum Abhören aus dem Gesangsschrank genommen.
Jetzt können wir die vierer Kollektionen für den Gesangswettbewerb zusammenstellen. Aufgrund unserer Aufzeichnung kennen wir unsere Sänger, und ihre Gesanglichen Fähigkeiten. Lustlose Sänger sollten wir nicht weiter trainieren.

Wie gesagt während der Prämierung werden die Gesangskäfige übereinandergestellt.
Beispiel: Position der Sänger nach gesanglichen Fähigkeiten.
Platz 1. Der Kopfvogel er steht immer oben, es ist der Sänger der am melodischsten Singt.
Platz 2. Ist der Sänger der am abwechslungsreichsten singt.
Platz 3. Der Antreiber ist der Sänger der immer zuerst singt.
Platz 4. Der Tischvogel, sollte sehr ruhig sein, sich nicht schnell ablenken lassen.

Text: Holger Kok 2019